{"id":134,"date":"2016-11-06T19:59:26","date_gmt":"2016-11-06T18:59:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pixelspiele.de\/schulrhythmus\/?p=134"},"modified":"2018-03-10T15:38:35","modified_gmt":"2018-03-10T14:38:35","slug":"waldorfpaedagogik-und-salutogenese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/?p=134","title":{"rendered":"Waldorfp\u00e4dagogik und Salutogenese"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><em>Verfasst von Gisela King<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Rudolf Steiner \u00e4u\u00dferte sich in seinem ersten Vortrag, den er f\u00fcr die Lehrer der ersten Freien Waldorfschule in Stuttgart hielt, \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe der Aufgabe, die auf alle Beteiligten zukam:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><em>Meine lieben Freunde, wir kommen mit unserer Aufgabe nur zurecht, wenn wir sie nicht blo\u00df betrachten als eine intellektuell-gem\u00fctliche, sondern als eine im h\u00f6chsten Sinne moralisch-geistige. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<h5 style=\"text-align: right;\">(Allgemeine Menschenkunde als Grundlage der P\u00e4dagogik. Vortr\u00e4ge \u00fcber Erziehung. Erster Vortrag, Stuttgart, 21. August 1919)<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Rudolf Steiner hat immer wieder betont, wie wichtig ihm der gesundende Aspekt der Waldorfp\u00e4dagogik war:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><em>Vorerst m\u00f6chte ich Sie aber darauf aufmerksam machen, da\u00df ja unsere ganze Waldorfschul-P\u00e4dagogik einen therapeutischen Charak\u00adter tr\u00e4gt. Die ganze Unterrichts- und Erziehungsmethode selbst ist ja daraufhin orientiert, gesundend auf das Kind zu wirken. Das hei\u00dft, wenn man die p\u00e4dagogische Kunst so einrichtet, da\u00df in jeder Zeit der kindlichen Menschheitsentwickelung das Richtige getan wird, dann ist in der Erziehungskunst, in der p\u00e4dagogischen Behandlung der Kinder etwas Gesundendes. <\/em><\/p><\/blockquote>\n<h6 style=\"text-align: right;\">(Lehrerkonferenzen mit den Lehrern der Freien Waldorfschule in Stuttgart 1919 bis 1924, Zweiter Band. Die P\u00e4dagogische Grundlage der Waldorfschule. Konferenz vom Mittwoch 14. Februar 1923, 18 Uhr)<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote><p><em>Was im kindlichen Alter in die Seele aufgenommen wird, das erscheint im Erwachsenen als gesunde oder kranke K\u00f6rperverfassung. Denn im Kinde \u00fcbertr\u00e4gt sich jeder seelische Impuls in gesunde oder kranke Atmung, in gesunde oder kranke Zirkulation, in gesunde oder kranke Verdauungst\u00e4tigkeit. Was da Krankes entsteht, f\u00e4llt oft am Kinde noch nicht auf. Aber der Keim w\u00e4chst mit dem Menschen heran, und manche chronische Krankheit der vierziger Jahre des Menschen ist das Ergebnis der Seelenverbildung im ersten oder zweiten Lebensjahrzehnt.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h6 style=\"text-align: right;\">(Die Methodik des Lehrens und die Lebensbedingungen des Erziehens. GA 308, Vortrag vom 11.4.1923. Dornach)<\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In seiner Ansprache an die zuk\u00fcnftigen Waldorflehrer am 20. August 1919 in Stuttgart betonte Rudolf Steiner, welche Bedeutung und welche Auswirkungen er der Gr\u00fcndung der ersten Waldorfschule zuma\u00df:<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><em>Heute Abend soll nur etwas Pr\u00e4liminarisches gesagt werden. Die Waldorfschule muss eine wirkliche Kulturtat sein, um eine Erneuerung unseres Geisteslebens der Gegenwart zu erreichen. <\/em><\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p><em>Das Gelingen dieser Kulturtat ist in Ihre Hand gegeben. Viel ist damit in Ihre Hand gegeben, um, ein Muster aufstellend, mitzuwirken. Viel h\u00e4ngt davon ab, dass diese Tat gelingt. Die Waldorfschule wird ein praktischer Beweis sein f\u00fcr die Durchschlagskraft der anthroposophischen Weltorientierung. Sie wird eine Einheitsschule sein in dem Sinne, dass sie lediglich darauf R\u00fccksicht nimmt, so zu erziehen und zu unterrichten, wie es der Mensch, wie es die menschliche Gesamtwesenheit erfordert. Alles m\u00fcssen wir in den Dienst dieses Zieles stellen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Rudolf Steiner war sich dabei sehr bewusst, dass auch Kompromisse notwendig sein w\u00fcrden. Wie sollte man mit den zu erwartenden Konflikten umgehen?<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><em>Zwei widersprechende Kr\u00e4fte sind dabei in Einklang zu bringen. Auf der einen Seite m\u00fcssen wir wissen, was unsere Ideale sind, und m\u00fcssen doch noch die Schmiegsamkeit haben, uns anzupassen an das, was weit abstehen wird von unseren Idealen. Wie diese zwei Kr\u00e4fte in Einklang zu bringen sind, das wird schwierig sein f\u00fcr jeden einzelnen von Ihnen. Das wird nur zu erreichen sein, wenn jeder seine volle Pers\u00f6nlichkeit einsetzt. Jeder muss seine volle Pers\u00f6nlichkeit einsetzen von Anfang an.<\/em><\/p>\n<p>&#8230;<\/p>\n<p><em>Wir m\u00fcssen uns bewusst sein der gro\u00dfen Aufgaben. Wir d\u00fcrfen nicht blo\u00df P\u00e4dagogen sein, sondern wir werden Kulturmenschen im h\u00f6chsten Grade, im h\u00f6chsten Sinne des Wortes sein m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen lebendiges Interesse haben f\u00fcr alles, was heute in der Zeit vor sich geht, sonst sind wir f\u00fcr diese Schule schlechte Lehrer. Wir d\u00fcrfen uns nicht nur einsetzen f\u00fcr unsere besonderen Aufgaben. Wir werden nur dann gute Lehrer sein, wenn wir lebendiges Interesse haben f\u00fcr alles, was in der Welt vorgeht. Durch das Interesse f\u00fcr die Welt m\u00fcssen wir erst den Enthusiasmus gewinnen, den wir gebrauchen f\u00fcr die Schule und f\u00fcr unsere Arbeitsaufgaben. Dazu sind n\u00f6tig Elastizit\u00e4t des Geistigen und Hingabe an unsere Aufgaben.<\/em><\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verfasst von Gisela King Rudolf Steiner \u00e4u\u00dferte sich in seinem ersten Vortrag, den er f\u00fcr die Lehrer der ersten Freien Waldorfschule in Stuttgart hielt, \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfe der Aufgabe, die auf alle Beteiligten zukam: Meine lieben Freunde, wir kommen mit unserer Aufgabe nur zurecht, wenn wir sie nicht blo\u00df betrachten als eine intellektuell-gem\u00fctliche, sondern als&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=134"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":348,"href":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/134\/revisions\/348"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=134"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=134"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.schulrhythmus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=134"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}